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Data

Projektbezeichnung: Erweiterung Zivilschutzzentrum Mals

Bauherr:MarktgemeindeMals
Adresse: Bahnhofstresse 19
Fertigstellung: Jänner 2021
Bauzeit: 18 Monate


Konzept

Allgemeines: Das Zivilschutzzentrum befindet sich direkt an der Hauptstraße durch den Vinschgau am Südrand von Mals. Von hier aus werden alle Maßnahmen koordiniert, die den Bewohnern des Verwaltungsbezirks sowie ihren Wohn- und Kulturstätten Schutz und Hilfe bei bedrohlichen Elementarereignissen bieten.Das bestehende Zivilschutzzentrum wurde auf einem abfallenden Gelände errichtet, wodurch sich die Möglichkeit ergab, die Einrichtungen so anzuordnen, wie es für den Bedarfsfall am günstigsten ist:  Um den Hof an der Straße wurden Rettung, Feuerwehr und die Katastrophenschutzzentrale angesiedelt, im ersten Stock dieser Gebäude befinden sich Sitzungs- und Schulungsräume. Um einen Niveausprung tiefer liegenden Hof sind die Bergrettung, Nebenräume der Feuerwehr und das Lager für den Katastrophenschutz untergebracht.Der architektonisch markanteste Bauteil einer Feuerwehrzentrale ist der Schlauchturm. Hier wurde die Situation des Bauplatzes dazu ausgenutzt den Turm wie ein „Gelenk“ in das Terrain zu setzen. Das bietet den Vorteil, dass er sich – vom ersten Hof aus gesehen – nach oben und nach unten entwickelt und sich somit im von Kirchtürmen geprägten Ortsbild von Mals optisch nicht in den Vordergrund drängt.Die Gemeindeverwaltung beabsichtigt auf dem bestehenden nördlich gelegenen Gebäudeteil des Zivilschutzzentrums eine Erweiterung zur Unterbringung der Räumlichkeiten für das „Weiße Kreuz“ zu errichten.Der bestehende Gebäudeteil dient heute aus Garage zur Unterbringung der Rettungsfahrzeuge des „Weißen Kreuzes“. An der Ostseite dieses Gebäudes befindet sich ein Ausstellungsbereich für die Freiwillige Feuerwehr von Mals. Dieser Ausstellungsbereich ist großzügig verglast und öffnet sich zur Einfahrt zum Areal des Zivilschutzzentrums.

Idee: Das bestehende Zivilschutzzentrum ist ein architektonisch sehr hochwertiges Gebäude. Der Bestand artikuliert sich über ein Mehrgeschossiges Hauptgebäude und zwei niederen Nebengebäude. Charakteristisch ist eine additive Anordnung von diversen Bauelementen. Alle baulichen Volumen lösen sich flächig auf und schaffen ein heterogenes Gesamtbild, welches sich adäquat in das vorhandene Ortsbild einfügt. Trotz des großen Volumens erscheint der Bestand kleingliedrig und gut proportioniert. Unsere Erweiterung soll als weiterstricken am Bestand verstanden werden und niemals in Konkurrenz zum Bestand stehen. Grundidee des Entwurfes ist es, auf der bestehenden Garage ein neues Gebäude zu errichten. Dieser Zubau artikuliert sich selbst als eigen, in seiner Formensprache und in seiner Materialität an das Vorgefundene angepasst. Trotzdem ordnet er sich in den Kontext und erscheint formal reduziert.Der Neubau ist ein mit Aluminiumlamellen verkleideter abgewinkelter Quader, welcher sich durch eine umlaufende dunkle „Schattenfuge“ vom Bestand abhebt. Die Neigung ist so gewählt, dass das Neue Volumen an der Hauptstraße Fassade zeigt und sich parallel der Geländeneigung anpasst. Die so künstlich erzeugte Trennfuge wird abwechselnd in Glas und schwarzem Verputz ausgeführt. Der Bestand ist in weißer Farbe gehalten und der Neubau dunkel bzw. in Aluminiumlamellen. Diese differenzierte Materialität schafft eine eigenen neue Identität und unterstreicht den technischen Charakter des Zivilschutzzentrums.

Funktion: Die neu geplante Aufstockung übernimmt das bestehende Stützenraster um die konstruktiven Eingriffe im Erdgeschoss so gering wie möglich zu halten. Hierbei muss das bestehende Flugdach abgebrochen und durch eine massive Stahlbetondecke ersetzt werden. Die bestehenden Stützen müssen verstärkt und die geschlossene Wand an der Gebäudenordseite durch Stahlbetonscheiben ergänzt werden. Auch die bestehenden Fundamente müssen teilweise verstärkt und vergrößert werden.Der offene Bereich zwischen dem bestehenden Verwaltungsgebäude und der bestehenden Garage wird geschlossen und nach Süden hin verglast. Unmittelbar nach dem Eingang im Erdgeschoss führt eine neue Treppe mit Zwischenpodest in das erste Obergeschoss. Von dort aus führt ein langer Gang, an der Gebäudenordseite durch das Gebäude. Dieser dient zusätzlich zur funktionellen Gliederung und auch der akustischen Trennung zwischen der Hauptstraße und den Aufenthaltsräumen, bzw. Schlafräumen. Die funktionelle Gliederung ist linear und homogen gehalten.Weiters wird im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes der bestehende Bereich des Weißen Kreuzes erneuert und funktionell angepasst. Dort verbleiben das Büro, ein Besprechungsraum, Nasszellen, Abstellräume und ein kleiner Übungsraum. Die Aufenthaltsräume und die Schlafräume werden im Neubau, bzw. im Obergeschoss des Erweiterungsbaus errichtet. Dort befindet sich eine Küche mit Aufenthaltsraum und anschließend die Schlafräume mit Bädern und Umkleidebereiche.

 

Fotos

 

    Foto: Renè Riller